Welche Alternative gibt es zum SFP BW?

Neben dem Ein­satz Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en kann das Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz in Baden-Würt­tem­berg auch durch eine ener­ge­ti­sche Bera­tung tei­ler­füllt wer­den. Hier­für kön­nen Gebäu­de­ei­gen­tü­mer ent­we­der den län­der­spe­zi­fi­schen Sanie­rungs­fahr­plan BaWü (SFP BW) oder alter­na­tiv eine BAFA Vor-Ort-Bera­tung durch­füh­ren las­sen.

In bei­den Fäl­len ermit­telt ein zer­ti­fi­zier­ter Ener­gie­be­ra­ter den ener­ge­ti­schen Ist-Zustand des Hau­ses und erar­bei­tet effi­zi­en­te Sanie­rungs­mög­lich­kei­ten, durch die die Immo­bi­lie ein erhöh­tes Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ni­veau erlan­gen kann.

Da die För­de­rung der L‑Bank für den SFP BW ein­ge­stellt wur­de, raten wir zum wei­ter­hin geför­der­ten Pen­dant: der BAFA-Vor-Ort-Bera­tung! Die­se wird im Fol­gen­den kurz erläu­tert.

Hin­weis: Die Vor­la­ge des Bera­tungs­be­richts reicht aus, um das EWär­meG antei­lig mit 5 % zu erfül­len. Die tat­säch­li­che Durch­füh­rung der Maß­nah­men ist nicht not­wen­dig.

BAFA-Vor-Ort-Beratung als SFP BW

Eine BAFA-Vor-Ort-Bera­tung für Wohn­ge­bäu­de soll Gebäu­de­ei­gen­tü­mern einen Leit­fa­den an die Hand geben, um die Ener­gie­ef­fi­zi­enz der eige­nen Immo­bi­lie zu ver­bes­sern. Durch Sanie­rungs­maß­nah­men kön­nen nicht nur Heiz­kos­ten und Ener­gie gespart, son­dern es kann auch der Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen redu­ziert wer­den. Die­se Energie­beratung wird durch das Bundes­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kontrolle (BAFA) ge­fördert und als Alterna­tive zum Sanie­rungs­fahr­plan BW im Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz aner­kannt.

Mit der Vor-Ort-Bera­tung soll die Sanie­rung des Alt­baus in Deutsch­land voran­ge­trieben wer­den. Als ziel­führende Maß­nahme för­dert der Staat des­halb die energe­tische Bera­tung von Wohn­gebäuden. Dabei wird ein indi­vi­du­el­les Sanierungs­konzept und ein zeit­lich abge­stimmter Maß­nahmen­katalog für die energe­tische Opti­mie­rung des Gebäu­des ent­worfen. Hier­für ver­schafft sich ein unab­hängiger und zertifi­zierter Energie­berater vor Ort einen Über­blick über das über das Energie­effizienz­niveau des Ge­bäudes.

Beratungsbericht: Der individuelle SFP

Der Bera­ter ermit­telt den aktu­el­len Gebäu­de­zu­stand, indem er die Bau­sub­stanz und die Gebäu­de­tech­nik, wie bspw. die Heiz­an­la­ge, unter­sucht. Auch erfasst er die Heiz­kos­ten der letz­ten Jah­re und lässt die­se Infor­ma­ti­on in eine Ener­gie­bi­lanz über die Immo­bi­lie mit ein­flie­ßen. Wich­ti­ge Rück­schlüs­se über das Haus erlangt er durch die Ein­sicht in Bau­ge­neh­mi­gungs­un­ter­la­gen und Aus­füh­rungs­zeich­nun­gen, die ihm durch die Eigen­tü­mer zur Ver­fü­gung gestellt wer­den soll­ten.

Auf Grund­la­ge die­ser Erhe­bung erstellt der Ener­gie­be­ra­ter einen Bera­tungs­be­richt. Die­ser ent­hält:

  • Zusam­men­fas­sung der Ergeb­nis­se
  • Beschrei­bung mög­li­cher Sanie­rungs­maß­nah­men
  • Dar­stel­lung des Ener­gie­ver­brauchs vor und nach einer Sanie­rung

Der Bera­te­ne hat die Möglich­keit die­sen Bericht auf sei­ne indivi­duellen Bedürf­nisse ausge­richtet erstel­len zu las­sen: Hier­für kann er ent­we­der ein Handlungs­port­folio darge­stellt bekom­men, in dem eine Gesamt­sanierung inkl. der energe­tischen Fol­gen beschrie­ben wird oder eine Schritt-für-Schritt Sanierungs­anleitung. Die Gesamt­sanierung kann dann in einem Zug voll­zogen wer­den. Das Gebäu­de erlangt somit schnell den Zustand eines KfW-Effi­zi­en­z­ge­bäu­des. Das Schritt-für-Schritt-Maß­nah­men­­pa­ket führt dage­gen in meh­re­ren Etap­pen zum Erfolg. So kön­nen Sanie­run­gen immer mal wie­der, ob nun auf­grund von finanz­iellen oder zeit­lichen Eng­pässen, vorge­nommen wer­den.

Hin­weis: Als beson­ders über­sicht­liche Form der Vor-Ort-Bera­tung gilt der indi­vi­du­el­le Sanie­rungs­fahr­plan (iSFP). Er ist ein standar­di­siertes Beratungs­instrument, wel­ches sich durch eine visu­ell gut ver­ständ­liche Aufbe­reitung der Ergeb­nis­se durch den Energie­berater aus­zeichnet. Es wird emp­foh­len, den ent­spre­chen­den Bera­ter dar­um zu bit­ten, die­se Form der Daten­dar­stellung zu wäh­len.

Fördermöglichkeiten der BAFA als SFP-Alternative

Die Erstel­lung eines Sanierungs­konzeptes durch einen zertifi­zierten Energie­berater ist dann sinn­voll, wenn ein Energie­ausweis einer Immo­bi­lie erstellt wer­den soll oder eine Sanie­rung mit KfW-För­de­rung geplant ist. Ein beson­de­rer Vor­teil ist dabei, dass die BAFA die Erstel­lung der energe­tischen Vor-Ort-Bera­tung finan­zi­ell unter­stützt.

Die För­de­rung der BAFA umfasst 60 % der förder­fähigen Beratungs­kosten. Die Ober­grenze liegt dabei bei 800 Euro für Ein- und Zwei­familien­häuser und bei 1.100 Euro für Mehr­parteien­häuser. Man soll­te für ein Ein­fa­mi­li­en­haus in der Regel rund 500 Euro als effek­ti­ven Kos­ten­punkt anset­zen.

Die För­de­rung wird durch den Energie­berater vor der Durch­führung der Vor-Ort-Bera­tung online beim BAFA bean­tragt. Die Aus­zahlung des Zuschus­ses erfolgt dem­nach eben­falls an den ent­sprechenden Bera­ter. Die­ser stellt sei­ne Leis­tun­gen abzüg­lich der Förder­mittel in Rech­nung.

Hin­weis: Die Anzahl der för­der­be­wil­lig­ten Ener­gie­be­ra­tun­gen steigt kon­ti­nu­ier­lich.

Für die Bean­tra­gung der För­de­rung müs­sen die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein:

  • Die BAFA-För­de­rung wird nur bei einer Energie­beratung für Immo­bi­li­en inner­halb Deutsch­lands gewährt.
  • Der Bau­antrag für das Gebäu­de muss vor dem 01. Febru­ar 2002 gestellt wor­den sein. Alter­na­tiv ist auch die Erstel­lung der Bau­anzeige vor die­sem Zeit­punkt zuläs­sig.
  • Das Gebäu­de muss ursprüng­lich als Wohn­gebäude errich­tet wor­den sein, bzw. min­des­tens 50 % der Flä­che wer­den als Wohn­raum genutzt.
  • Der beauf­trag­te Energie­berater muss für die Durch­führung einer BAFA Vor-Ort-Bera­tung qua­li­fi­ziert sein.

Hin­weis: Über­prüfen Sie, ob der von Ihnen gewähl­te Energie­berater auch einen Anspruch auf eine BAFA-För­de­rung besitzt. Alle qualifi­zierten Energie­berater sind in der Ener­gie­ef­fi­zi­enz-Exper­ten­lis­te für För­der­pro­gram­me des Bun­des gelis­tet.

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