Der hydrau­li­sche Abgleich: Opti­mie­rung Ihrer Heiz­an­la­ge

Hydraulischer Abgleich des Heizungssystem

Es ist eine alt­be­kannte Dis­kussion, die wohl jeder von uns hin und wie­der mit sich selbst führt: Lie­ber jetzt Geld aus­geben oder für spä­ter spa­ren? Wie wäre es mit bei­dem? Inves­tieren Sie jetzt in einen hy­drau­lischen Ab­gleich Ihres Heiz­systems und spa­ren Sie lang­fristig jede Men­ge Geld und Ener­gie.

Jetzt fra­gen Sie sich sicher, was ein hy­drau­lischer Ab­gleich über­haupt ist… ab jetzt wird’s fach­lich:

Was ist der hydrau­li­sche Abgleich?

Bei einem hy­drau­lischen Ab­gleich wer­den die unter­schied­lichen Bestand­teile eines Heiz­systems so auf­einander abge­stimmt, dass die Wär­me eines Heiz­systems opti­mal im Gebäu­de ver­teilt wird. Beson­ders ver­ständ­lich wird das, wenn man sich noch ein­mal vor Augen führt, dass es im Prin­zip hei­ßes Was­ser ist, wel­ches durch das gesam­te Heiz­system fließt und für die Wärme­ver­teilung ver­ant­wort­lich ist. Die­sem Was­ser ist es reich­lich egal, wel­cher Raum die meis­te Wär­me be­nötigt. Es fließt ein­fach dahin, wo es am ein­fachsten hin­kommt. Ein hy­drau­lischer Ab­gleich wirkt dem ent­gegen: Er sorgt dabei nicht nur für die rich­ti­ge Ein­stellung des Heiz­wasser­drucks und der Heizungs­pumpe, son­dern bein­haltet auch die Berech­nung von Druck­verlusten in Rohr­leitungen, die opti­ma­le Ver­sorgung der ver­schiedenen Heiz­flächen und die Kon­trol­le von Rück­lauf­tempera­turen.

Fälsch­licher­weise hat sich das Gerücht ver­breitet, ein hy­drau­lischer Ab­gleich ist nur in Mehr­parteien­häusern sinn­voll. Er lohnt sich aber auch bei Ein­familien­häusern – schließ­lich wird er immer indi­vi­du­ell auf die zu hei­zen­de Flä­che ange­passt.

Es wird deut­lich, dass das Heiz­system doch ein recht kom­ple­xes ist und man den hy­drau­lischen Ab­gleich lie­ber dem Fach­mann über­lassen soll­te. Die­ser berech­net die Heiz­last jedes Rau­mes und stimmt die benö­tigte Wasser­menge dar­auf ab. Danach über­nimmt er die pas­sen­de Ein­stellung der Thermostat­ventile. Auch wird die Jus­tie­rung des Pumpen­drucks und der Heiz­kurve opti­miert.

Für die Ein­stellung der Thermostat­ventile müs­sen zwin­gend vor­ein­stell­bare Ven­ti­le ver­baut sein. Ist dies nicht der Fall, soll­te man unbe­dingt eine Nach­rüstung vor­nehmen.

Vor­tei­le des hydrau­li­schen Abgleichs

Dass Sie durch die opti­mier­te Ein­stellung Ihrer Hei­zung viel Geld spa­ren kön­nen, wur­de zu Beginn die­ses Bei­trags bereits be­schrieben. Vor allem die gerin­ge Amorti­sations­zeit spricht für die Durch­führung: Die Kos­ten der Inves­ti­ti­on kön­nen zwar nicht kon­kret be­ziffert wer­den, da sie immer vom Gebäu­de selbst und auch vom Heizungs­bauer ab­hängen, man kann aber bei einem Ein­familien­haus Kos­ten in Höhe von 650 bis 1.300 Euro kalku­lieren. Bei jähr­lichen Ein­sparungen von ca. 100 Euro lohnt sich die­ser Auf­wand dann doch recht schnell. Dar­über hin­aus hat der hydrau­lische Ab­gleich aber noch mehr zu bie­ten. Hier sehen Sie alle Vor­teile im Über­blick:

  • Sen­kung des Ener­gie­ver­brauchs
  • Ver­rin­ge­rung des CO2-Aus­sto­ßes
  • Ange­neh­mes Kli­ma in allen Räu­men
  • Kei­ne stö­ren­den Geräu­sche (Gur­geln) der Hei­zung
  • Ein­spa­rung von Heiz­kos­ten
  • För­der­mit­tel für die Durch­füh­rung

För­de­rung der Hei­zungs­op­ti­mie­rung

Ja, Sie haben rich­tig gele­sen: Die profes­sionelle Durch­führung eines hy­drau­lischen Ab­gleichs wird staat­lich ge­fördert. Dar­über hin­aus ist die­se Form der Opti­mierung auch Vor­aus­setzung für die Be­antra­gung vie­ler ande­rer Förder­mittel. Da sich der hy­drau­lische Ab­gleich nicht nur öko­nomisch für den Eigen­tümer lohnt, son­dern auch öko­logische Vor­teile mit sich bringt, wird er als Sanierungs­maß­nahme von vie­len ver­schiedenen öffent­lichen Stel­len ge­fördert. Das Bundes­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kontrolle (BAFA) sub­ven­ti­ni­ert den Ab­gleich mit bis zu 30 % der Kos­ten. Im Rah­men des Pro­gramms »För­de­rung der Heizungs­optimierung durch hoch­effi­ziente Pum­pen und hy­drau­lischen Ab­gleich« betei­ligt sich die BAFA an den Kos­ten für vor­einstell­bare Thermostat­ventile, die Ein­stellung der Heiz­kurve, die Instal­lation von Einzel­raum­temperatur­reglern und vie­les mehr. Auch haben eini­ge Kom­mu­nen ent­sprechende Förder­programme ins Leben geru­fen. Dar­über hin­aus ist der hy­drau­lische Ab­gleich aber auch in vie­len ande­ren Förder­programmen inte­griert: Die Kredit­anstalt für Wieder­aufbau (KfW-Ban­ken­­grup­pe) legt ihn bspw. als Voraus­setzung für die Be­antragung ihrer Förder­programme fest. Auch bei förder­fähigen Pro­gram­men der BAFA ist eine Durch­führung des hy­drau­lischen Ab­gleichs im Vor­feld oft not­wendig.

Die BAFA för­dert eine Rei­he von sin­ni­gen Maß­nah­men, z. B. auch eine Ener­gie­be­ra­tung. Es lohnt sich ein Blick in den För­der­ka­ta­log.

Hydrau­li­scher Abgleich nach Hei­zungs­mo­der­ni­sie­rung

Ein wei­te­res Gerücht, wel­ches sich rund um den hy­drau­lischen Ab­gleich eta­bliert hat, ist, dass er nach einer Heizungs­moderni­sierung direkt ver­pflichtend ist. Dem ist nur teil­wei­se so: Er ist aber nach der Ver­ga­be- und Vertrags­ordnung für Bau­leistungen und Tei­len der Energie­einspar­verordnung (EnEV) durch Richt­linien und Vor­schriften gefor­dert. Die­se aus­drück­liche For­de­rung sowie die Ein­bindung in Förder­programme haben aller­dings noch lan­ge nicht dazu ge­führt, den hy­drau­lischen Ab­gleich als Stan­dard zu eta­blieren. So sind Schät­zun­gen zufol­ge bis­her nur in 15 bis 20 % aller Gebäu­de ent­sprechende Sanierungs­maßnahmen vor­ge­nommen wor­den.

Die Moderni­sierung der Heiz­anlage ist der rich­ti­ge Schritt in eine klima­freund­liche Rich­tung. Spa­ren Sie dann nicht am hy­drau­lischen Ab­gleich. Sehen Sie die­sen lie­ber als Sahne­häub­chen, denn er ist sowohl bei älte­ren als auch neu­en Heizungs­modellen sinn­voll. Er soll­te viel weni­ger als Pflicht und viel mehr als Chan­ce ver­standen wer­den, noch effi­zi­en­ter und kosten­sparender zu hei­zen.

Häu­fig ist eine ganz­heit­li­che ener­ge­ti­sche Betrach­tung des Hau­ses sinn­voll. Ach­ten Sie bei einer poten­ti­el­len Alt­bau­sa­nie­rung auch auf die Sta­tik des Hau­ses: Bspw. wenn Sie den Dach­stuhl däm­men und neu­en Wohn­raum schaf­fen, grö­ße­re Fenster/​Türen ein­set­zen oder durch einen Wand­durch­bruch eine neue Raum­auf­tei­lung errei­chen. Hier fin­den Sie einen Sta­ti­ker …

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