Heizung im Sommerbetrieb

Die Heizung im Sommer

So funk­tio­niert die Umschal­tung der Hei­zung in den Som­mer­be­trieb.

April – Auf der Ein­kaufs­liste ste­hen inzwi­schen end­lich wie­der weni­ger Zuta­ten für war­me Sup­pen und mehr für kna­cki­ge Sala­te. Auf dem Weg zur Arbeit wird man nicht mehr durch das Krat­zen von Schnee­schüppen beglei­tet, son­dern durch die melo­dischen Gesän­ge von Dros­sel, Spatz und Co. Kurz: Die Sommer­sensoren mel­den sich so lang­sam. Und mit ihnen erwacht auch der Spar­fuchs, der erheb­li­che Gas­kosten­erspar­nisse in den war­men Sommer­monaten wit­tert. Die Haupt­heiz­saison geht schließ­lich nur von Okto­ber bis April. Ab jetzt heißt es Sommer­betrieb – sowohl für Mensch und Heiz­system.

Die Heizung auf Sommerbetrieb einstellen

Die meis­ten Heiz­anlagen sind nicht nur für war­me Raum­tempera­turen, son­dern auch für die Auf­bereitung der Warm­wasser­ver­sorgung verant­wortlich. Da man auch im Som­mer nicht auf eine war­me Dusche ver­zichten möch­te, kann die Hei­zung nicht gänz­lich ausge­schaltet wer­den. Die Lösung für die­ses Pro­blem lau­tet: Die Hei­zung auf Som­mer­be­trieb stel­len. So wird war­mes Was­ser bereit­gestellt, ohne das die Heiz­körper in den Räu­men erwärmt wer­den. Moder­ne Heiz­systeme besit­zen dabei zumeist ein intel­ligentes Regel­system, wel­ches sich ent­we­der an den Außen- oder an den Innen­tempera­turen ori­en­tiert und den Heiz­betrieb auto­matisch ein- oder aus­schaltet. Bei alten Heiz­anlagen muss die Ein­stellung auf den Sommer­betrieb manu­ell vorge­nommen wer­den.

Außentemperaturgesteuerte Regelungstechnik

Bei der außen­temperatur­ge­steuerten Regelungs­technik ori­en­tiert sich das Heiz­system, wie der Name schon sagt, an der drau­ßen herr­schen­den Wit­te­rung. Sind die Außen­tempe­ra­turen käl­ter, als in den Ein­stellungen des Sommer­betriebs defi­niert, schal­tet sich die Anla­ge an. So wer­den auch an küh­len Sommer­tagen ange­nehme Raum­tempera­turen gewähr­leistet. Ein beson­de­rer Vor­teil die­ser Tech­nik ist, dass sie sich auf indivi­duelle Bedürf­nisse anpas­sen lässt. Besit­zen Sie bspw. ein gut gedämm­tes Haus, ist die Emp­feh­lung von Heizungs­experten, die Anschalt­grenze der Heiz­anlage auf 12 Grad herunter­zusetzen, da die Wär­me im Raum lan­ge ge­speichert wird.

Raumtemperaturgesteuerte Regeltechnik

Auch hier ist der Name Pro­gramm: Die Anschalt­grenze des Heiz­systems ori­en­tiert sich also nicht an den außen, son­dern an den innen herr­schenden Tempera­turen. Die Vor­lauf­tempe­ratur wird dem­nach über die Raum­tempera­tur ge­steuert und es besteht eben­falls die Möglich­keit einer personali­sierten Ein­stellung der Minimal­temperatur. Die­se soll­te so einge­stellt sein, dass es an hei­ßen Tagen ange­nehm kühl ist ohne, dass es an kal­ten Tagen zu kal­ten Füßen in den eige­nen vier Wän­den kommt.

Manuelle Heizungseinstellung

Älte­re Heiz­anlagen ver­fü­gen zumeist nicht über inno­va­ti­ve Regel­systeme. Sind sie für die Warm­wasser­bereitung verant­wort­lich, kön­nen sie im Som­mer aber nicht ein­fach ausge­stellt wer­den. Das liegt nicht nur dar­an, dass nie­mand mor­gens ger­ne eis­kalt duscht, son­dern hat auch gesund­heit­liche Grün­de. Anla­gen mit Trink­wasser­speicher soll­ten näm­lich regel­mäßig erhitzt wer­den, damit kei­ne gesund­heits­schäd­lichen Legio­nel­len (im Was­ser leben­de Bak­te­ri­en) ent­stehen. Anstatt die Anla­ge also kom­plett aus­zu­schalten, soll­ten die Brenner­regelung bzw. die Speicher­tempe­ratur nach­reguliert wer­den. Hier­bei ist es sehr zu emp­feh­len, die­ses durch einen Fach­mann vor­nehmen zu las­sen, um kei­ne Schä­den zu verur­sachen.

Hin­weis: Ist Ihre Heiz­anlage so alt, dass Sie über kei­ne inno­va­ti­ve Regel­technik ver­fügt, ist es sinn­voll über einen Hei­zungs­tausch bzw. eine Moderni­sierung nachzu­denken. Die war­men Mona­te sind hier­für die bes­te Zeit, da man die Hei­zung zum einen nicht so drin­gend benö­tigt und zum ande­ren, weil Heizungs­experten weni­ger stark ausge­bucht sind.

Tipps für den Sommerbetrieb

Heizungspumpe überprüfen

Ob sie nun die auto­ma­ti­schen Funk­tio­nen der moder­nen Heiz­tech­nik nut­zen oder Ihre Hei­zung aus­schalten. Sie soll­ten unbe­dingt die Heizungs­pumpe im Auge behal­ten. Die­se ist näm­lich ein regel­rechter Strom­fres­ser. Es ist auch dar­auf zu ach­ten, dass vie­le Anla­gen über meh­re­re Umwälz­pumpen ver­fü­gen. Wäh­rend die Pum­pe, die das Heiz­wasser zir­ku­liert, aus­ge­schal­tet wer­den kann, soll­te die für das Warm­was­ser ein­ge­schal­tet blei­ben. Auch hier kann ein Exper­te für die Ein­stellung zu Rate gezo­gen wer­den. Wenn Sie die Pum­pe nicht kom­plett aus­schalten kön­nen, weil auch das Gebrauchs­wasser damit ver­bun­den ist, besteht die Mög­lich­keit, die Pumpen­leistung herunter­zustufen. Die­ses wird durch neue­re Heizungs­anlagen zumeist auto­ma­tisch vorge­nommen. Soll­ten Sie Ihre Hei­zung im Som­mer ganz abschal­ten, ist es not­wen­dig, die Pum­pe zwi­schen­durch ein­zu­schal­ten, damit sich die­se nicht fest­setzt. Auch die­se Funk­ti­on füh­ren neue­re Sys­te­me auto­matisch aus. Pum­pen für Trink­was­ser, die nicht ausge­schaltet wer­den soll­ten, kön­nen im Som­mer effek­ti­ver und strom­sparender ge­nutzt wer­den. Durch den Ein­bau einer Zeit­schalt­uhr kann man die Pum­pe bspw. perio­disch lau­fen las­sen, damit immer war­mes Was­ser bereit­steht, aber die Pum­pe nicht dann Strom frisst, wenn es doch eigent­lich gar nicht nötig wäre.

Thermostate richtig einstellen

Ist ihre Heiz­an­la­ge ausge­schaltet, soll­ten Sie die Thermostat­ventile öff­nen. Ger­ne sogar auf höchs­ter Stu­fe. Damit kann ver­hindert wer­den, dass die­se im Som­mer ver­klemmen und dann im Win­ter nicht mehr funktions­tüchtig sind. Denn nichts ärgert Sie mehr, als eine kaput­te Hei­zung, wenn es dann wie­der kalt wird und der Winter­blues ein­setzt.

Hin­weis: Den­ken Sie über eine Sanie­rung Ihrer Hei­zungs­an­la­ge nach, macht eine gesamt­heit­li­che Betrach­tung Ihres Eigen­heims durch einen Ener­gie­be­ra­ter in jeden Fall Sinn. Hier ist die geför­der­te Vor-Ort-Bera­tung von der BAFA zu emp­feh­len um den Ist-Bestand zu ana­ly­sie­ren und opti­ma­le Maß­nah­men vor­zu­schla­gen.

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